Der Niedergang des Journalismus am Beispiel: Ulrich Ladurner

Es ist inzwischen einfach nur noch unfassbar, was die Qualitätspresse so von sich gibt, um flüchtende Menschen zu bekämpfen, damit die globale kapitalistische Ausbeutung beibehalten werden kann

Zitat: „Die Menschenschmuggler sind bereit, Tausende im Meer ertrinken zu lassen, und weil die EU das nicht zulassen darf, machen diese Verbrecher prächtige Geschäfte.“

Das ist der einzige (!) Satz im gesamten Bericht, den ich unterschreiben würde. Aber das Fazit daraus, nämlich dass man die Schmuggler per Kriegsschiffe (!) bekämpfen soll, an Menschenverachtung kaum noch zu übertreffen. Versetzt euch nur mal 30 Jahre zurück, tausende wollen wegen der herrschenden Zustände aus der DDR fliehen. Und alles, was DIE ZEIT „Journalist“ Ulrich Ladurner dazu geschrieben hätte, ist: „Stellt Panzer vor die Grenze! Die Menschenschmuggler verstehen die Sprache der Gewalt.“

Unfassbar.

Der Rest vom Bericht ist dann nach der „Logik“  von CDU/CSU/SPD/FDP/GRÜNE/AfD gestrickt, dass man „den Zustrom begrenzen“ muss, statt über die Ursachen (!) zu diskutieren. Zitat: „Wenn der Zustrom von Migranten via Libyen nicht abnimmt, dann könnte der Streit um ihre Verteilung die EU zerreißen. Der Kampf gegen die Schleusermafia ist daher für die EU von existenzieller Bedeutung.“

Ja und wenn dann mehrere Millionen aus den ausgebeuteten Ländern vor der Grenze stehen? Will man immer weiter aufrüsten? Gestern noch Nato-Stacheldraht, heute schon Kriegsschiffe – und morgen die Atombombe gegen flüchtende Menschen?

Wir können nicht alle aufnehmen, das ist korrekt. Aber wir können auch nicht weiterhin alle ausbeuten! Sklavenarbeit und Hungerlöhne im Ausland, damit wir weiterhin billige Klamotten und Handys haben? Umweltzerstörung im Ausland, damit wir weiterhin unseren hochgiftigen Problemmüll loswerden? Und natürlich Kriege im Ausland, damit wir weiterhin ungebremst Öl verballern können – was dann die ohnehin schon heissen Regionen der Welt weiter aufheizt und unbewohnbar macht? Zu all dem hätte ein Journalist (!) viele Fragen zu stellen.

Aber wer Kriegsschiffe einsetzen will, der hat keine Fragen, sondern den treibt die blinde Ignoranz. Etwas, was sich mit dem Beruf eines Journalisten absolut nicht vereinbaren lässt.

Ein Gedanke zu „Der Niedergang des Journalismus am Beispiel: Ulrich Ladurner“

  1. „Etwas, was sich mit dem Beruf eines Journalisten absolut nicht vereinbaren lässt.“
    Es ist die gesamte sogenannte „Qualitäts“-Presse die solch unreflektiertes und stumpfsinniges von sich gibt. Sowas wäre als Einzelmeinung noch erklärbar, aber das erstreckt sich über alle MSM.
    Würde die über die Ursachen der Massenflucht schreiben, müssten sie ja die Handlungen westlicher Regierungen und die dahinter stehende Finanzmafia als Quelle allen Übels benennen.

    Solche Meldungen lassen die Verlogenheit und Skrupellosigkeit „unserer“ angeblich freien Presse erkennen.

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