Aufgelesen und kommentiert 2017-09-10

/ Befristete Beschäftigung nimmt dramatisch zu
/ Faktencheck: Wagenknechts Äußerungen zur Rente Deutschland <-> Österreich
/ Warum die SPD so extrem gegen Wagenknecht keilt
/ Doppel-Interview mit Bartsch und Wagenknecht
/ Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) schickt ihre Kinder lieber zur Privatschule
/ Nur noch 21 Prozent: SPD droht historisches Debakel
/ GRÜNE: Hauen und Stechen um Ströbele-Nachfolger
/ Berliner LINKE stellt zusätzliche Verfassungsschutz-Mitarbeiter ein
/ Merkel erwartet Gesichtserkennung an allen Bahnhöfen
/ Alice Weidel (AfD) – Der akademische Nazi
/ Schmutz statt Argumente: Bericht dokumentiert Diffamierungskampagne gegen TTIP-Kritiker
/ Sorgen E-Mobile für den Zusammenbruch des Stromnetzes?
/ Klimawandel: Apokalypse, Hunger, Stürme, Kriege und eine Sonne, die uns kocht
/ Flüchtlingspolitik – Warlords, Waffen und die tödliche Mauer
/ Friedensdemo in Ramstein – Kein Thema für die öffentlich-rechtlichen Kriegstreiber
/ Studie: Abstiegsängste nützen Rechten
/ Dresden: CDU und FDP stimmen zusammen mit der AfD und NPD gegen mehr Weltoffenheit
/ Wahlkampf wird doch nochmal spannend

Befristete Beschäftigung nimmt dramatisch zu
Ist der Kapitalismus nicht toll? Viel zu schön, um ihn überwinden zu wollen

 

Faktencheck: Wagenknechts Äußerungen zur Rente Deutschland <-> Österreich
Den Faktencheck musste sie übrigens direkt selber vornehmen, weil sie in der ARD-Sendung direkt abgewürgt wurde, man ihre Aussagen dann verdrehte und als Wagenknecht darauf eingehen wollte, liess man sie nicht mehr zu Wort kommen.

Sowas geht übrigens nur gegen linke Politiker. Gegen Merkel hätte man sich solch eine Frechheit niemals getraut. Selbst wenn sie erneut ihre gelogenen „Deutschland geht es gut“ Phrasen ausgerollt hätte. Dann sind Richtigstellungen nicht erlaubt. Geschweige denn das Abwürgen solchen Unfugs.

 

Warum die SPD so extrem gegen Wagenknecht keilt
Kleine Quizfrage: Welche der beiden folgenden Äußerungen stammt von einer in der SPD hochgeachteten Genossin? Und welche von einer Politikerin, die von der SPD als die Frau beschimpft wird, deren Äußerungen „manchmal von rechtspopulistischen Aussagen nicht zu unterscheiden“ seien, wie Generalsekretär Hubertus Heil am Mittwoch sagte?

A: „Menschen, die unser Gastrecht missbrauchen, haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.“

B: „Wer sein Gastrecht missbraucht, hat sein Gastrecht eben auch verwirkt.“

Äußerung A stammt von Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), B von Sahra Wagenknecht (LINKE). Schmutzige Anleihen in rechter Rhetorik sind weder SPD noch Linkspartei fremd.

„Hubertus Heil, der gestern gleichzeitig Dietmar Bartsch lobte, geht es ebenso wenig darum, Populismus zu geißeln, wie Olaf Scholz in seinen Attacken auf Wagenknecht bei „Anne Will“. Sie soll aus anderen Gründen diskreditiert werden: Wagenknecht erscheint den Sozialdemokraten wie der Rächer aus dem Horrorfilm „Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“, wenn sie immer wieder erwähnt, dass es die SPD war, die Hartz IV und Rentenkürzungen durchgesetzt hat. Sie untergräbt (zurecht) den SPD-Gerechtigkeitswahlkampf, an dessen Spitze mit Schulz, Scholz und Heil exakt die Personen stehen, die den Sozialabbau zu Schröder-Zeiten durchgesetzt haben.

SPD-Generalsekretär Hubertus Heil stuft größere Teile der Linkspartei als „weder regierungswillig noch koalitionsfähig“ ein. DIE LINKE sei eine tief gespaltene Partei, sagte Heil der Zeitung „Die Welt“ vom Mittwoch. Es gebe in der LINKEN konstruktive Kräfte, „aber eben auch Leute wie Frau Wagenknecht, die ich nicht für regierungsfähig halte“.

Richtig hingegen ist: Wagenknecht wäre in zukünftigen Koalitionsverhandlungen wohl weniger nachgiebig als Bartsch, der zum Ost-Reformerflügel zählt. Die SPD will eine LINKE, die so zahm ist, dass sie überflüssig wird. Weil Wagenknecht dem im Weg steht, wird sie angegriffen.“

Und das nicht nur von der SPD.

 

Doppel-Interview mit Bartsch und Wagenknecht
Und jede (!) Antwort ist absolut zu unterschreiben.

 

Ministerpräsidentin Schwesig (SPD) schickt ihre Kinder lieber zur Privatschule
Manuela Schwesig, bekanntermassen bei der SPD eingetreten WEGEN (!) der Agenda-Politik, hat angesichts der kaputtgesparten Schulen ihr Kind entsetzt von der normalen Schule abgezogen und in eine Privatschule gesteckt – und lässt sich dieses Privileg stolze 200 Euro im Monat kosten.

„Zeit für mehr Gerechtigkeit“, nicht wahr liebe SPD?

 

Nur noch 21 Prozent: SPD droht historisches Debakel
Nachdem SPD und AfD sich schon in der realen Flüchtlingspolitik immer näher gekommen sind (Flüchtlingsdeal mit Erdogan, Abschiebungen in Kriegsgebiete, Finanzierung libyscher Konzentrationslager, usw.), rückt die SPD nun auch in den Umfrageergebnissen immer näher an die AfD heran.

Allerdings dürfte es der SPD-Parteispitze herzlich egal sein, ob 30 Prozent herauskommen, oder sogar nur 18 Prozent. Dank ihrer (immer noch) Stammwähler reicht es nochmal locker für ein paar Ministerpöstchen unter Merkel, von dem aus weiterhin Agendapolitik durchgeprügelt wird. Und nichts anderes ist auch deren Ziel.

 

GRÜNE: Hauen und Stechen um Ströbele-Nachfolger
Klasse Bericht Den Verfall der GRÜNEN kann man sich dort aus nächster Nähe anschauen. Und angesichts des Zustands der GRÜNEN müsste sich DIE LINKE dafür hüten, mit solch einer Truppe zusammen regieren zu wollen.

Macht sie aber nicht:

Berliner LINKE stellt zusätzliche Verfassungsschutz-Mitarbeiter ein
Früher wollte DIE LINKE mal den „Verfassungsschutz“ abschaffen. Heute hingegen baut sie ihn sogar aus. Obwohl für mehr Lehrer, Pflegepersonal und Kitas natürlich kein Geld da ist

 

Merkel erwartet Gesichtserkennung an allen Bahnhöfen
Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert den flächendeckenden Ausbau der automatisierten Gesichtserkennung in ganz Deutschland. Auf die Frage, ob es in zehn Jahren diese Form der Videoüberwachung auf allen Bahnhöfen geben werde, antwortete die CDU-Spitzenkandidatin am Dienstagabend in Stuttgart nach längerem Nachdenken: „Ich denke auch ja. Natürlich unter strengen Rahmenbedingungen. Ich will jetzt hier kein Horrorland aufbauen aber in zehn Jahren wird man technisch die Möglichkeit haben. Und ich vermute, dass wir sie dann auch nutzen werden, jedenfalls an den Brennpunkten.“

Und falls von den Bildungsintelligenzen hier in Deutschland jetzt jemand schockiert sein sollte: Die flächendeckende Videoüberwachung ohne Anlass fordert Merkel schon seit über 10 Jahren.

 

Alice Weidel (AfD) – Der akademische Nazi
Thomas Fischer

Kurzer Auszug: „Nur die AfD hat es leicht: Sie hat jede Menge Akademiker, aber nur ein einziges Thema. Es gibt keinen Klimawandel, es gibt keine Autokrise, es gibt keinen Nahost-Konflikt, es gibt keine Kriege, es gibt keine Steuerreform und erst recht keine schweizerischen Steuerflüchtlinge, es gibt keinen Pflegenotstand – Es gibt nur noch den Ausländer, der da ist, „wo er nicht hingehört“. Und die Moderatoren? Sie fragen nicht nach Wohnungsbau, Schwarzarbeit oder Lohnsklaverei. Sie fragen, wann der Ausländer weg ist.“

 

Schmutz statt Argumente: Bericht dokumentiert Diffamierungskampagne gegen TTIP-Kritiker
Eine Studie hat die TTIP-Berichterstattung unter der Lupe genommen und kommt zu folgendem Ergebnis: „Als den Konzernlobbyisten die Argumente gegen die Kritik an TTIP und CETA ausgingen, versuchten einige von ihnen, die handelskritische Bewegung mit anderen Mitteln zu diskreditieren. Bei den Diffamierungen machten Lobbyisten vor dreisten, unhaltbaren Unterstellungen, wie etwa der Finanzierung der Bewegung durch Russland, nicht halt. Andere Vorwürfe lauteten, die zivilgesellschaftlichen Akteure seien „Anti-Amerikanisch“, verfolgten finanzielle Interessen oder betrieben das Geschäft von Populisten und Nationalisten. Auch die EU-Kommission übernahm teilweise den Ton der Konzernlobbyisten von angeblicher „Panikmache“ und „Desinformation“. So warf Handelskommissarin Malmström TTIP-Kritikern vor, sie wären „gegen Handel“ und „gegen die USA“ und würden allein deshalb Sturm laufen gegen die Verhandlungen.“

Wie heisst es so schön: Man kann sie nicht dazu zwingen, die Wahrheit zu sagen. Aber man kann sie dazu zwingen, immer unverschämter lügen zu müssen

 

Sorgen E-Mobile für den Zusammenbruch des Stromnetzes?
Bricht das Stromnetz zusammen, wenn ganz Deutschland um 18.00 Uhr sein Elektroauto aufladen will? Antwort: Nein! Aber man sollte sich fragen, wer ein Interesse daran hat, solche Schreckgespenster zu verbreiten.

 

Klimawandel: Apokalypse, Hunger, Stürme, Kriege und eine Sonne, die uns kocht
DER FREITAG mit einer Übersetzung aus dem „New York Magazine“. Zitat: „Zwei Grad Erhitzung galten bisher als die Grenze der Katastrophe – und selbst das wird Millionen von Klimaflüchtlingen erzeugen. Nun sind zwei Grad dem Pariser Klimaabkommen zufolge unser Ziel, und Experten geben uns nur eine geringe Chance, es überhaupt zu erreichen. Das UN Intergovernmental Panel on Climate Change veröffentlicht dazu regelmäßig Berichte. Der jüngste geht davon aus, dass wir zu Beginn des nächsten Jahrhunderts bereits bei vier Grad angelangt sein werden, wenn wir weitermachen wie bisher. Und selbst das ist nur eine mittlere Schätzung. Am oberen Ende der Wahrscheinlichkeitskurve liegen sogar acht Grad. Die bislang berüchtigtste Erderwärmung ereignete sich vor 252 Millionen Jahren. Es begann, als Kohlendioxid den Planeten um fünf Grad aufgeheizt hatte, beschleunigte sich, als die Erhitzung dazu führte, dass in der Arktis gebundenes Methan freigesetzt wurde, und endete damit, dass 97 Prozent allen Lebens auf der Erde ausgelöscht wurden. Wir aber geben zurzeit wesentlich schneller Kohlendioxid in die Atmosphäre ab.

Wie alle Säugetiere sind auch Menschen Wärmekraftmaschinen. Zu überleben bedeutet für sie, sich ständig abkühlen zu müssen – wie hechelnde Hunde. Damit das möglich ist, muss die Temperatur so niedrig sein, dass die Luft als eine Art Kühlung fungieren kann. Bei einer Erderwärmung von sieben Grad würde das für weite Teile des Äquatorbandes und insbesondere für die Tropen, wo die Feuchtigkeit die Sache noch zusätzlich erschwert, unmöglich werden. In den Regenwäldern Costa Ricas, wo die Feuchtigkeit regelmäßig bei über 90 Prozent liegt, wäre es tödlich, sich einfach nur draußen zu bewegen, wenn das Thermometer über 40 Grad Celsius anzeigt. Innerhalb weniger Stunden würde ein menschlicher Körper sowohl von außen als auch von innen zu Tode gekocht werden.

Selbst wenn wir die Klimaziele von Paris mit einem Temperaturanstieg von zwei Grad einhalten, werden Städte wie Karatschi und Kalkutta fast unbewohnbar werden und in jedem Jahr tödliche Hitzewellen wie 2015 erleben. Bei vier Grad Erderwärmung wird die europäische Hitzewelle von 2003, der bis zu 2.000 Menschen an einem einzelnen Tag zum Opfer fielen, zur sommerlichen Normalität werden. Wissenschaftler Joseph Romm hat das in seiner richtungsweisenden Einführung auf den Punkt gebracht: Die Hitzebelastung in New York City wäre dann schlimmer als die, die heute in Bahrain herrscht – an einem der heißesten Orte der Welt.“ Weiterlesen…

 

Flüchtlingspolitik – Warlords, Waffen und die tödliche Mauer
„Als Donald Trump im US-Wahlkampf erstmals propagierte, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer bauen zu lassen, quoll das Netz nur so über vor Protesten. Aus allen Richtungen wurde Trump kritisiert, angefeindet und beschimpft. Jetzt, wo Europa eine noch viel tödlichere Mauer in Afrika hochzieht, herrscht betretenes Schweigen. Auch in der Presse.“ Weiterlesen…

 

Friedensdemo in Ramstein – Kein Thema für die öffentlich-rechtlichen Kriegstreiber
Gegen NATO-Kriegszentralen zu demonstrieren gehört sich eben nicht – selbst wenn diese in Deutschland stehen. Solche Friedensdemonstrationen werden von ARD und ZDF selbstredend komplett totgeschwiegen. Nicht zum ersten Mal.

 

Studie: Abstiegsängste nützen Rechten
Arm macht reaktionär – das weiss man seit Weimar und seitdem hat der Deutsche auch nichts dazugelernt.

 

Dresden: CDU und FDP stimmen zusammen mit der AfD und NPD gegen mehr Weltoffenheit
„Es gebe nun mal diese (rassistischen) Tendenzen in der Bevölkerung, und gegen diese solle die Stadt kein Programm erlassen“, poltert Georg Böhme-Korn (CDU). „Pegida steht für die Mehrheit der Bevölkerung“, stimmte ihm der AfD-Stadtrat Jörg Urban zu.

 

Und zu guter Letzt:

Wahlkampf wird doch nochmal spannend

Ein Gedanke zu „Aufgelesen und kommentiert 2017-09-10“

  1. “ Nur noch 21 Prozent“

    Doch noch so viel für die spDoof? Damned- immer noch nicht genug gegen an gestunken ….

    Unter 1,9 wäre gut! Dann bekäme diese Ansammlung von Toastbroten noch nicht mal die Wahlkampfkosten erstattet ….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.